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Tag der seltenen Erkrankungen 2021
Tag der seltenen Erkrankungen 2021
Am 28. Februar ist Tag der Seltenen!

In diesem Jahr möchten wir und Frau Prof. Dr. Barbara Käsmann-Kellner darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Mediziner und unserer AWS Aniridie-Wagr e.V. ist.
Hier einige Zeilen von unserer medizinischen Beraterin Frau Prof.Dr. Käsmann:
„Aniridie ist eine schwerwiegende angeborene Fehlbildung der Augen mit erheblicher Tendenz, im Laufe des Lebens Komplikationen zu entwickeln, die bis zur Erblindung führen können. Die wesentlichen Komplikationen sind fortschreitende Hornhauttrübungen, Katarakt (grauer Star) und Glaukom (grüner Star).
Die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen ( www.aniridie-wagr.de ) ist aus folgenden Gründen wesentlich:
Erheblich verbesserte Frühdiagnostik und zügiges Einleiten einer Therapie
Eltern suchen bei Google oder anderen Stellen den Begriff „Aniridie“, kommen so direkt zur Selbsthilfegruppe und werden von dort an uns verwiesen
die Erstvorstellung erfolgt daher in der Regel noch vor dem ersten Geburtstag
die frühzeitige Versorgung mit Sehhilfen und die Abschätzung von Risikofaktoren für Komplikationen kann erfolgen
Gutes Basiswissen der Eltern durch die Selbsthilfegruppe
Eltern (und auch erwachsene Betroffene) erhalten hier ausgewogene und aktuelle Informationen, die die Erkrankung besser abbilden als eine diffuse Suche im Internet, in der vor allem negative persönliche Berichte erscheinen
Ein regelmäßiger Newsletter informiert über neue Entwicklungen
Möglichkeit des Austausches untereinander und niedrigschwelliger Kontakt zu betreuenden Ärzten
Kontakte zu Familien mit ebenfalls betroffenen Kindern über die Webseite oder soziale Medien, aber auch Kontakte zu betroffenen Erwachsenen bieten den Eltern Informationen aus erster Hand, die sie oft beruhigen und ihnen vermitteln können, dass trotz der Aniridie ein erfülltes Leben möglich ist
Austausch von Tipps untereinander
niedrigschwelliger Kontakt zu Ärzten, die sich schwerpunktmäßig mit Aniridie beschäftigen
als Ärztliche Beraterin der Selbsthilfegruppe erhalte ich viele Anfragemails, oft noch bevor die Kinder das erste Mal vorgestellt werden, aber auch im Verlauf der Erkrankung, so kann zum Beispiel eine frühzeitige genetische Diagnostik eingeleitet werden, die bei Aniridie wesentlich ist, da eine Unterform der Aniridie (WAGR-Syndrom) mit einem bösartigen Nierentumor einhergehen kann.
Durch Selbsthilfegruppen organisiert: Fortbildungen für Betroffene, aber auch insbesondere für Ärzte, da das Wissen über Aniridie bei den ärztlichen Kollegen noch nicht sehr verbreitet ist
Aniridie-Tagungen sprechen beide Gruppen an: in der Regel bestehen sie aus einem Teil für Professionelle, in dem neue Forchungsergebnisse vorgestellt werden als auch Netzwerke zu gemeinsamer Arbeit geknüpft werden, als auch aus einem Teil für Betroffene, in dem die Ärzte/Laborforscher Forchungsergebnisse patientengerecht darstellen.
Unterstützung von Forschungsvorhaben durch die Selbsthilfegruppe.
Die Selbsthilfegruppe ist ein Multiplikator und Fürsprecher für Forschungsprojekte, sie verbreiten Patientenaufrufe, verteilen standardisierte Fragebögen und sind eine unverzichtbare Hilfe bei der Information der Patienten über Forschungsprojekte und der Bestärkung Betroffener, an solchen Projekten teilzunehmen.
Auf europäischer Ebene konnte auch mit Hilfe der verschiedenen nationalen Selbsthilfegruppen ein europäisches Forschungsnetz mit Hilfe von EU-Mitteln aufgebaut werden (aniridia-net.eu)
Beteiligung der Selbsthilfegruppen an der Erstellung von Diagnostik- und Behandlungsleitlinien
Zur Zeit werden europäische Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Aniridie erarbeitet, bei denen auch die in „Aniridia Europe“ (aniridia.eu) zusammengeschlossenen nationalen Selbsthilfeverbände beteiligt sind.“
-Prof.Dr.B.Käsmann-Kellner-
Tag der Seltenen Erkrankungen
Tag der Seltenen Erkrankungen

Am 29. Februar 2020 ist der Tag der Seltenen Erkrankungen